Matilde

Albinea

Der Hauptort der Gemeinde liegt am Fuße der Hügellandschaft von Reggio in der Nähe des Deltas des Rio Lodola in der Hochebene. Das Territorium von Albinea wurde bereits seit der Vorgeschichte bevölkert. Das ergibt sich aus bedeutenden Funden, die in der Tana della Mussina bei Borzano gemacht wurden und die auf die Mittel- und Jungsteinzeit zurückgehen. Auf die römische Epoche dagegen sind die zahlreichen archäologischen Stätten zurückzuführen. Sie betreffen Bauernhöfe, kleine Bauernvillen und den Fund des bedeutenden „Schatzes“ an republikanischen Silbermünzen, der in Borzano gegen Ende des 19.

Jahrhunderts gehoben wurde. Während des Mittelalters befanden sich aufgrund der besonderen geografischen Lage des Territoriums um Albinea auf dem Gebiet zahlreiche Schlösser, die einen Verteidigungsgürtel bildeten, um das canossanische Hinterland stärker zu schützen. Von diesen Schlössern kam dem Schloss von Albinea die größte Bedeutung zu, da es in direkter Sichtverbindung mit dem Schloss Canossa liegt. Andere Festungen gab es in Borzano und Montericco. Es gibt aber auch Überlieferungen, nach denen zahlreiche Turmhäuser das strategische/defensive Netz des Territoriums verdichteten und so der Durchgang entlang den kleinen Tälern, die in die Berge führen, kontrolliert werden konnte. Nachdem im späten Mittelalter die lange Zeit der politischen Unruhen nach dem Tod der Mathilde von Canossa vorbei war und sich das estensische Herrschaftsgeschlecht behauptete, verloren die antiken Schlösser ihre ursprüngliche Verteidigungsaufgabe. Damit wurden die Voraussetzungen für das Entstehen der heutigen Orte geschaffen, die das Territorium besiedeln: Dazu gehört auch Albinea, das ursprünglich „Fola“ genannt wurde.

Es liegt in einem für die Landwirtschaft besonders günstigen Gebiet, nämlich am Fuße der Hügel, die ursprünglich von Felsen beherrscht wurden, an der Schnittstelle zwischen den Bergen und dem Flachland. Die Umweltbedingungen sind hier besonders günstig, da leistungsfähige Substrate aus Schwemmland vorhanden sind und die Sonneneinstrahlung intensiv ist. Dadurch wurden die Bedingungen dafür geschaffen, dass sich in dem Territorium von Albinea seit früher Zeit eine gute landwirtschaftliche Tätigkeit entwickeln konnte. Aus diesem Grund hatten bereits in den vergangenen Jahrhunderten bedeutende Patrizierfamilien aus Reggio in dem Territorium um Albinea Grundbesitz erworben und errichteten hier Feriendomizile. Dazu gehört die große Villa Tarabini, die heute noch den Hauptort beherrscht: Im 17. Jahrhundert war sie bereits Wohnsitz der Jesuiten und wurde von den Grafen Tarabini im Jahr 1840 umfassend umgebaut. Der architektonische Komplex wird von einem großen Park umgeben. In der Struktur befindet sich eine Essigfabrik, die sehr schön die Verarbeitung und Herstellung eines der wichtigsten typischen Produkte des Territoriums um Albinea zeigt.